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Alles ein Traum

(Lesedauer: ca. 2 min)

Ab und zu fahre ich mit dem Motorrad durch die westlichen Frankfurter Vororte, in und um Sossenheim habe ich die ersten dreißig Jahre meines Lebens – damit auch meine Kindheit und Jugend – verbracht. Das sind kleine Nostalgie-Runden und ich lasse dabei gerne Ereignisse dieser Zeit an diesen Orten Revue passieren. Natürlich sehe ich auch gerne, wie sich mein damaliger Lebensraum inzwischen verändert hat und sich heute weiter verändert. Ich habe mich ja auch verändert…

Heute bin ich wieder einmal durch meine alte Wohn-Siedlung gefahren, eine typische Siedlung des Sozialen Wohnungsbaus vom Anfang der Sechzigerjahre. Da passierte es wieder einmal, dass mir ein im ersten Moment sehr seltsamer Gedanke kam:

Was, wenn alles seit dieser früheren Zeit ein langer, lebhafter, detailreicher und intensiver Traum war?

Ich wache auf, stehe auf, ziehe den Rolladen hoch – es ist kurz vor halb 8 Uhr morgens, Samstag. Ich bin 16 oder 17 Jahre jung. Ich schaue kurz in die Küche, meine Mutter bereitet den Frühstückstisch vor. „Morsche!“ „Morsche, mein Schatz!“

Mein Vater verlässt das Bad. „Morsche!“ „Morsche“ antworte ich. „Wie sieht’s aus? Fahr’n wir nachher mal rüber zu Tante Hilde und Onkel Heinz? Hast du Lust?“ „Joahh…“ „Gehst du vorher mit Mutti einkaufen, ich muss noch was am Auto machen…“ „Mach‘ ich!“ Mutti: „Was wollt ihr heute Mittag essen? Wir machen nur was Kleines, denkt dran, heute Abend sind wir beim Onkel Fritz!“

Nach dem Frühstück gehe ich mit meiner Mutter einkaufen, später fahre ich mit meinem Vater zu meiner Tante Hilde und Onkel Heinz, dem älteren Bruder meines Vaters. Ein Samstag-vormittäglicher Kurzbesuch, wie wir es öfters bei einigen Verwandten machen.

Später, am frühen Nachmittag werde ich noch mit meinem Moped zu einem Freund in die andere Siedlung… …

Nein, kein Traum.

Die Realität ist hier und jetzt. Dieser fiktive Samstagmorgen entspringt der Erinnerung. So hat es sich oft zugetragen, das war ein Teil meiner Jugend, ich erinnere mich daran in allen Farben und Facetten, mit Ton, mit Glanz und Sonnenschein. Eine doch sehr weitgehend glückliche Jugend in einer wunderbaren Familie in der späten Mitte der Siebzigerjahre.

Ich mag diese Erinnerungen, natürlich und vor allem an die Menschen, meine Familie und Verwandten in dieser Zeit meiner Jugend – die es heute nicht mehr gibt.

Ich mag aber auch die Distanz der zahlreichen Jahre, die seitdem ins Land und in mein Leben gegangen sind. Ich lebe längst nicht mehr in Sossenheim, ziemlich genau die Hälfte meines Lebens lebe ich dort nicht mehr – und das ist schön so. Ich würde heute auch dort nicht mehr leben wollen.

Ich bin sicher, das muss so sein.

Aber ich würde es spannend finden, mit einer kleinen Zeitmaschine einmal nur für einen Tag zurückreisen zu können. Zum Beispiel zu diesem Samstag, wie ich ihn eben beschrieben habe…

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Bundesweiter Warntag

(Lesedauer: ca. 1 min)

Heute ist… war bundesweiter Warntag.

An diesem Tag werden sich in ganz Deutschland zeitgleich Warn-Apps bei ihren Nutzerinnen und Nutzern melden, Sirenen heulen, Rundfunkanstalten ihre Sendungen unterbrechen und Probewarnungen auf digitalen Werbetafeln erscheinen. (…) Pünktlich um 11 Uhr am 10. September werden zeitgleich in Landkreisen und Kommunen in ganz Deutschland mit einem Probealarm die Warnmittel ausgelöst.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/warntag2020-1780552

Ja. Hm. Sirenen gibt es in Frankfurt m.W. keine mehr, die aus meiner Jugend bekannten pilzähnlichen Gebilde auf vielen Dächern wurden irgendwann abgebaut. Es hat ja in den letzten Jahrzehnten auch eher wenige Luftangriffe gegeben.

Über Warn-Apps auf Mobilgeräten verfüge ich nicht, Radio und Fernsehen waren um 11 Uhr ausgeschaltet und digitale Werbetafeln habe ich hier in meiner Ecke überhaupt noch keine wahrgenommen.

Irgendwie blieb ich also ungewarnt… 🙁

Zum Glück ist nix passiert.

Update um 19 Uhr

Laut Bundesinnenministerium war der bundesweite Warntag ein »Fehlschlag«. Es hat wohl zahlreiche Pannen und Verzögerungen gegeben, so dass eben nicht bundesweit um 11 Uhr über alle Systeme gewarnt wurde und dementsprechend auch 20 Minuten später die Entwarnungen ausblieben. Auch die Meldungen über Warn-Apps auf Mobilgeräten kamen – wenn überhaupt – wohl nicht zum avisierten Zeitpunkt an.

Jetzt will man den Schlamassel analysieren und aufarbeiten.

Irgendwie blieb ich also ganz folgerichtig ungewarnt… 🙂

Zum Glück ist ja nix passiert.

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Hohn und Verachtung

(Lesedauer: ca. 1 min)

Bereits 2018 – und nun bestätigt – hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass Facebook den Eltern vollen Zugriff auf das Facebook-Konto ihrer 2012 verstorbenen Tochter gewähren muss. Und was geschah?

Der Konzern hatte daraufhin den Eltern einen USB-Stick mit einem PDF-Dokument mit unstrukturierten Daten von rund 14.000 Seiten Umfang überreicht. Zugang zum dem Konto, dass in einen sogenannten „Gedenkzustand“ versetzt wurde, erhielten die Eltern bisher nicht.

Die Handreichung eines solchen völlig nutzlosen PDF-Dokuments ist in meinen Augen eine Verhöhnung der verstorbenen Tochter und der Eltern und zeigt m.E. die ganze Verachtung des Konzerns für einen einzelnen Menschen und dessen Angehörige.

Es zeigt die ganze Selbstherrlichkeit einer Konzernführung und deren widerwärtige Arroganz gegenüber Menschen und dem Recht.

Das ist zum Kotzen, Facebook.

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Tretroller-Idioten

(Lesedauer: ca. 1 min)

Man erkennt recht leicht, ob sich in der näheren Umgebung kürzlich Idioten aufgehalten haben. Man muss nur schauen, wo und wie sie ihre Leih-Tretroller abgestellt haben…

Straße mit unmöglich abgestellten E-Scootern
Wenn Idioten Tretroller abstellen…