Für was steht Facebook?

Wenn ich bisher nicht schon genügend Gründe gehabt hätte, warum ich nicht Facebook-Mitglied bin, heute spätestens hätte ich einen unbestreitbar zwingenden Grund:

Ich werde niemals Mitglied einer Plattform sein, die ungehemmt und ungehindert Holocaust-Leugnern – miesesten Rassisten und Menschenfeinden – Platz und Publikationsforum bietet.

Eine Netzwerkplattform steht für mich immer und ausdrücklich dafür ein – sie macht sich im Grunde immer damit gemein – mit dem, was auf ihr publiziert wird.

Und, Mister Zuckerberg, eines möchte ich Ihnen hiermit GANZ KLAR UND DEUTLICH sagen:

Jeder, und zwar: JEDER, der den Massenmord an Millionen Juden (und zigtausenden anderen Betroffenen) leugnet, ist ein GOTTVERDAMMTER LÜGNER. Es gibt (spätestens) heute NICHT EINEN Holocaust-Leugner aus Unwissenheit. Auch nicht in den USA!

Und: Diese Ihre dumme Ausrede und dreiste Schutzbehauptung, ihre ganze Rechtfertigungstirade überhaupt, zeugt in meinen Augen von einer bedauernswerten Erbärmlichkeit und Arroganz, denn offenkundig halten Sie mit einer solchen Behauptung die meisten Menschen für intellektuell komplett minderbemittelt.

Mit einer solch ekelhaften Plattform – einem sogenannten »Social Network« (welch ein Hohn alleine dieser Begriff) – möchte ich auch in Zukunft absolut nichts zu tun haben.

One Reply to “Für was steht Facebook?”

  1. Es ehrt dich, diese Linie für dich so klar zu ziehen. Zuckerberg wird sich wahrscheinlich so verschwurbelt ausdrucken, weil er sein Geschäftsmodell nicht infrage stellen lassen will.

    Die Rigorosität der Europäer ist den Amis offensichtlich ganz fremd. Man sieht das, wenn man den Unterschied in den öffentlichen Diskussionen (nicht nur auf solchen Plattformen) ein bisschen verfolgt.

    Ich habe kürzlich überlegt, ob ich aufgrund des von Trump angezettelten (und jetzt schon wieder relativierten) Handelskrieges konsequent us-amerikanische Produkte meiden sollte. Hab mal kurz überschlagen, auf was ich dann alles verzichten müsste. Meine Schlussfolgerung: das funktioniert überhaupt nicht. Es sei denn, ich würde offline gehen. Ich habe, unstet wie ich bin, Facebook (Seiten und Profile) angelegt und wieder gelöscht (aus Gründen!). Ich habe mein Konto bei Amazon gelöscht und wieder angelegt, weil ich einen Geschenkgutschein von Kollegen bekommen hatte. (Ausreden finde ich immer). Und bei Google ist es so, dass ich seit gefühlten Ewigkeiten mein Haupt-E-Mail-Konto unterhalte. Mit der Zuverlässigkeit des Dienstes bin ich absolut zufrieden. Außerdem nutze ich Excel, Word, Access und Outlook (gewohnheitsbedingt) immer noch gerne und habe eine Privatlizenz, die mich monatlich so um die 7 Euro kostet. Bin Adobe – Kunde mit Lightroom und Photoshop. Und und und.

    Ich führe bei Facebook sehr interessante und gewinnbringende Diskussionen. Natürlich gelingt sowas nicht bei jedem Thema. Oft kämpft man gegen Windmühlenflügel. Aber insgesamt ist der Account für mich durchaus gewinnbringend. Für meinen Blog bringt er fast NULL. Aber insgesamt mag ich es, mich mit meinen „Friends“, insbesondere hier in meiner Heimatregion (Stadt) auszutauschen. Im Moment diskutieren wir über einen wunderbaren, neuen Kinderspielplatz, der von direkten Anwohnern eher als Belastung empfunden wird. Die Stadt prüft gerade, ob die Beschwerden berechtigt sind. Auf der Plattform diskutieren die BürgerInnen mit dem Bürgermeister oder Mitgliedern des Stadtrates in ganz unterschiedlichen Gruppen und verschiedenste Themen. Insofern sehe ich auch einen Nutzen von Facebook. Die auch von dir kritisierten Sichtweisen von Zuckerberg sind sehr ernst und sollten durch den Druck im Netzwerk korrigiert werden. Gestern las ich dass in Europa täglich über 250 Mio. [sic?] Facebook nutzen. Das Spektrum ist riesengroß. Es gibt sehr viel Müll. Aber auch sehr viel Lustiges, Schönes und sogar manchmal unterhaltsame und bereichende Diskussionen.

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