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Warum ich das hier mache?

(Lesedauer: ca. 4 min)

Durch einen Artikel in Horst Schultes Blog bin ich auf das Unruhewerk, die Initiative »Blogs50Plus« und die Blogparade Was motiviert euch? aufmerksam geworden.

Dieses Blögchen hier wird demnächst sechs Jahre alt, und es ist immerhin das dritte Blog und die insgesamt vierte persönliche Website, die ich betreibe. Zeit genug, einmal kurz innezuhalten und über die Anfänge nachzusinnen…

Die Anfänge

Seit Ende 1995 bin ich im WorldWideWeb unterwegs (dieses Jahr also 25 Jahre Neuland™), irgendwann zwischen seitdem und 2000 hatte ich nebenbei HTML und CSS gelernt, neben Javascript und PHP, und im Juli 2000 ging meine erste Homepage online. Die Waybackmachine hat die Seite in Rudimenten seit 2001 archiviert.

Es folgten kurz darauf zwei Blogs, eines 2004 textorientiert und nicht themenspezifisch, das andere war ein Fotoblog, das als statische Bilderseite begann und schließlich 2013 als Blog endete.

Dann folgte im April 2014 mein heutiges Blog unter meiner Namensdomain, die ich schon viele Jahre zuvor reserviert und als E-Maildomain verwendet hatte. Die anderen drei Domains verschwanden von der Bildfläche. Die Idee war, mich mehr auf Fotos zu konzentrieren und die Artikelschreiberei einzuschränken, weil sie doch oft aus Ärgernissen über Ereignisse im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Feld ihren Ausgang nahm. Und das war meist unbefriedigend.

Die gute Nachricht ist: Das hat sich inzwischen wieder geändert, Textartikel nehmen wieder mehr Raum ein und das ist gut so.

Alle Blogs basierten entweder auf selbstgeschriebenem HTML/CSS/Javascript oder auf WordPress, nach einer kurzen Startperiode mit dem textdateibasierten Greymatter. Lange ist’s her… heute ist es längst nur noch WordPress mit minimal angepasstem Standard-Theme, nachdem ich mich längst weitgehend aus dem Webdesign verabschiedet habe.

Kurzer Schnitt, denn…

…ich sehe gerade die Linksliste meines alten dyingeyes-Blogs, und da will ich doch mal schauen, welche von einigen Seiten, die ich damals sehr interessant und verlinkenswert fand, noch existieren. Ich bin gleich zurück…

Nun also, kurz aus den Annalen…

  • Derek Powazek, irgendwie auch nicht mehr so richtig als Blogger aktiv
  • Noah Grey − Dies und Das (kaum noch aktiv)
  • AListApart − noch ziemlich aktiv, Webdesign betreffend

Das waren so ein paar amerikanische Designer oder Webworker, deren Artikel ich gerne las, weil sie gute Ideen und interessante Ansichten hatten, weil da einfach damals eine gewisse Stimmung herrschte zum Arbeiten im Web − eine Stimmung von Aufbruch und Freude auf alles Neue, an dem man teilhaben konnte, die heute so nicht mehr exisitiert. Die beiden genannten Blogger scheinen heute nicht mehr so arg aktiv zu sein, oder sie sind es an Orten, die ich nicht kenne.

Zu dieser Zeit jedenfalls, zum Beginn des neuen Jahrhunderts und dessen ersten Jahren, war das einfach so. Hier in Deutschland aber beobachtete ich seit jeher eine bieweilen nüchterne Topfigkeit: Webdesign und das Sprechen und Schreiben darüber war und ist eine durchaus trockene Angelegenheit. Arg mitteilsam und lustvoll erzählend und forschend wie die amerikanischen Zeitgenossen war man hier nie. Verschieden sind eben die Mentalitäten.

So weit, so gut

Meine Beschäftigung mit Webdesign ließ irgendwann gegen Ende des ersten Jahrzehnts nach, zu Zeiten der beginnenden Ära von HTML5 und CSS3 war ich schon raus aus dem aktiven Geschehen. Das Bloggen blieb, aber ohne den eigeninitiativen handwerklichen Unterbau, WordPress-Standardthemes kamen in Sicht und dann in Anwendung.

Zu dieser Zeit hatte ich auch schon viele Blogs aus früheren Jahren aus den Augen verloren, meine Feedreader-Liste wurde kürzer und kürzer. Einige Blogs und Seiten blieben aber wie Felsen in der Brandung, den Horst habe ich allerdings erst relativ spät entdeckt, ich glaube, durch eine der vielen Entwicklungen in Deutschland, die ihn genauso ärgerte wie mich. Damals hieß sein Blog noch anders.

Im Grunde waren es seine Blogaktivitäten, die mich wieder animierten, meinen Ärger und meine Gedanken über die Zeitläufe im Blog zu publizieren, neben dem Fotografieren.

Mein Fotografieren hat sich ja auch geändert, denn seit inzwischen drei Jahren bin ich mit Motorrädern unterwegs, was sich natürlich auch in meinem Blögchen entsprechend bildhaft niederschlägt.

Und weiter…

In ein paar Monaten werde ich die 60 vollenden, was mich sicher nicht weiter beeindrucken wird. Warum auch?

Das Bloggen macht mir wieder mehr und richtig Spaß − wobei ich sicher auch in Zukunft kein Intensivblogger werden dürfte. Das war ich nie.

Und die Gelegenheit der Entdeckung der Blogs50Plus-Initiative sollte mir wiederum Gelegenheit geben, mal auf Entdeckungstour zu gehen und (hoffentlich) ein paar neue interessante Blogs zu entdecken. Und womöglich ein paar altgediente Blogs wieder zu entdecken.

Ach ja, finally…

Jetzt gehe ich mal schnell in den Netz-Äther und schaue, ob ich mein Blögchen bei Blogs50Plus anmelden kann. Falls es passt.

4 Antworten auf „Warum ich das hier mache?“

Ein richtig schöner Beitrag mit vielen Informationen, die ich noch nicht kannte. Die allmähliche Annäherung an die bestimmte Web-Techniken war auch für mich eine spannende Erfahrung. Bei mir waren es die Programme, die vor allem beruflich von Nutzen waren. Am Anfang habe ich mit großer Begeisterung kleine Basic-Lösungen programmiert. Späfer gab es dBase und Access. Da wurde es nochmal spannender aber auch komfortabler.

Es ist schön, dass wir uns während der ganzen Jahre doch nie aus den Augen verloren haben. Es gibt wenige andere Blogger, bei denen das ebenso der Fall ist. Das ist irgendwie fast wie eine Freundschaft im wirklichen Leben. Vor allem aufgrund der langen Zeitspanne.

Gut, dass du dich bei Blog50Plus angemeldet hast. Und Danke übrigens, dass du mich bzw. meinen Blog hier erwähnt hast. Bis bald bei dir oder mir.

Angemeldet habe ich mein Blog dort noch nicht. Ich bin gar nicht so sicher, ob ich das wirklich soll. Die Initiative legt wohl schon Wert darauf, dass man das Alter (50+/60+/70+) auch zumindest gelegentlich mal thematisiert. Was ich gar nicht tue.
Mal abgesehen davon, dass ich sicher noch einen Artikel schreiben werde, in dem ich mich darüber wundern werde, dass es mir jetzt mit beinahe 60 noch einmal einfallen muss, Camping mit dem Motorrad zu machen, nachdem ich 30 Jahre kein Camping mehr gemacht habe.
Hmmm…

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