The Beatles – vor 51 Jahren

Noch einmal Musik, die mich in meine Vergangenheit zurück führt. 1970, vor 51 Jahren, endete die Laufbahn der Beatles als Band. Damals begann ich gerade, bewusst Musik zu hören. Vor einigen Tagen bin ich auf einen für mich höchst erhellenden und fürwahr erschöpfenden Artikel im Rolling Stone aus dem vergangenen Jahr gestoßen, dessen Autor das letzte Jahr der Beatles sehr aufschlussreich rekapituliert und einordnet.

Dies geschieht vor dem Hintergrund eines Projektes, dem »Get Back«-Projekt, mit dem die Band ihre aktuelle Befindlichkeit reflektieren und den eigenen Standort bestimmen wollte – sollte.

Das war Anfang 1969…

Das Projekt kam nie wie geplant zustande, es entstand jedoch eine umfangreiche Menge an gefilmtem und aufgenommenem Material, u.a. das berühmte letzte Konzert auf dem Dach des Abbey Road-Studiogebäudes…

We all know how the story went: The TV special never happens. Instead, the Beatles play their famous goodbye concert on the roof of their Apple headquarters in London, until the cops shut them down. Later that year, they make one more masterpiece, Abbey Road, while the Get Back tapes gather dust. New business manager Allen Klein releases the Get Back footage as a feature film, retitled Let It Be, along with an album of the same name. The movie premieres in May 1970, a few weeks after Paul announces the Beatles’ split.

https://www.rollingstone.com/feature/beatles-inside-breakup-50-years-later-1042196/

Im weiteren Verlauf des Jahres 1969 entstand das letzte »echte« Album der Beatles: Abbey Road.

Manager Allen Klein baut aus dem Get Back-Material einen Feature-Film »Let It Be« und veröffentlicht sozusagen in Eigenregie ein weiteres Album der Band mit demselben Namen: Let It Be. Es besteht aus dem für das Get Back-Projekt aufgenommenem Songmaterial von 1969, das aber von den Mitgliedern der Band gar nicht fertig zur Veröffentlichung bearbeitet war.

Den »letzten Stand« dessen, was die Beatles als musikalischen Weg gerade eingeschlagen hatten und von wo aus sie eigentlich zu neuen Ufern starten wollten, repräsentiert das Album Abbey Road.

Diesen höchst dynamischen, bewegenden und bedrückeden Punkt in der Geschichte der Band mit all seinen Irrungen und Wirrungen – der gleichzeitig einen merkwürdig statischen Punkt in der Geschichte der populären Musik darstellt, arbeitet der Autor des Rolling Stone-Artikels wunderbar heraus.

Get Back – Was bleibt nach 50 Jahren?

Regisseur Peter Jackson hat sich das mehr als 56 Stunden Footage umfassende Material zu »Get Back« vorgenommen und wird daraus wahrscheinlich im Sommer diesen Jahres einen dokumentarischen Film desselben Namens in die Kinos bringen.

Der hier thematisierte in meinen Augen herausragende musikjournalistische Artikel von Rob Sheffield im Rollig Stone vom August 2020 zeigt mir Mehreres:

Welchen Weg die Geschichte des Endes der Beatles – der bedeutendsten Band der Rockmusik-Geschichte – tatsächlich nahm: Vieles davon war mir so gar nicht bekannt. Ich habe fast den Eindruck, dass man all dies im Grunde als Verkettung unglücklicher Umstände bezeichnen muss.

Wie weit mich diese Geschichte bis heute begleitete. Am Anfang meiner bewussten Rezeption von Musik zu Beginn der Siebzigerjahre schwelten noch die Nachwehen des Endes der Beatles. Heute tun sie das allerdings nicht mehr so diffus wie damals, auch und gerade dank dieses Artikels.

Wie aufregend und einflussreich diese Band, bestehend aus vier Jugendfreunden aus Liverpool, die sich »The Beatles« nannten, tatsächlich waren und bis heute sind – 51 Jahre nach dem Ende der Band.

Wie spannend es sein wird, irgendwann hoffentlich im Laufe dieses Jahres den angekündigten Film von Peter Jackson zu sehen.

Eben im Moment…

Gerade höre ich »Abbey Road«. Was für ein großartiges Album, eines von 1969, aber auch genauso eines von 2021… ein Album irgendwie von außerhalb der Zeit.

2 Kommentare

  1. „Abbey Road“ natürlich. Mein letztes Album ist schon wieder viele Jahre alt. Eine Special Edition. Das waren die richtig guten Jahre, in der sich Musik entwickelt hat. Heute habe ich manchmal das Gefühl, dass die Rock- und Popmusik nicht wirklich gut vorangekommen sind. Deshalb höre ich heute lieber Jazz. Allerdings gilt das (Experimentelle ausgenommen) vielleicht auch.

  2. Manchmal denke ich ähnlich und dann wieder nicht. Die Endphase der Beatles markiert in etwa den Beginn der Aera das Progressive Rock. Der allerdings blühte dann auch nur rund fünf Jahre wirklich auf. Dann spätestens begann wohl endgültig die Zeit der Musikkonzerne, in deren Fingern Musik zu einer beliebigen Ware wie Hundefutter oder Putzmitteln wurde.
    Ok, ich weiß natürlich auch, dass man das so pauschal nicht sagen kann. Im Hintergrund werkelten und werkeln auch heute noch in der Musikverwertungsindustrie ein paar Leute, denen an Musik mehr liegt als das, was in der Quartalsbilanz finanziell dabei rauskommt.

    Es gibt immer noch gute Musik, trotz dem allüberall wuchernden Casting- und Contestschrott oder dem debilen Volksmusikbrei aus dem Hause ÖR-TV.

    Aber es scheint mir, dass wir keine derart fruchtbaren Zeiten mehr hatten und haben, wo Phänomene wie die Beatmusik, die Rockmusik und verwandte Genres zu solch großer Blüte heranreifen konnten. Was leider auch für den Jazz gilt…

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