Wirksam und sicher!

Der AstraZeneca-Impfstoff, der bisher wirksam und sicher war, aber spätestens nach einigen merkwürdigen und auffälligen Thrombosefällen nicht mehr bei älteren Menschen zum Einsatz kommen sollte – obwohl nach Sprachregelung die Thrombosefälle bloß zufällig nach dem Verabreichen des Wirkstoffs haben auftreten können (denn er ist wirksam und sicher) – dieser Wirkstoff soll jetzt sicherheitshalber nur noch an ältere Menschen verimpft werden. Neuerlich aufgetretene Thrombosefälle bei jüngeren (und auch älteren) Frauen dürften allerdings ebenfalls bloß korrelativ sein und nicht ursächlich, denn der Wirkstoff ist bekanntlich wirksam und sicher und genaue Nachweise von Zusammenhängen fehlen.

Wirklich?

Jedenfalls hat man von AstraZenecas Wirkstoff (w&s) genug auf Vorrat und deswegen gibt es jetzt den Vorschlag, zügig entgegen der Priorisierung schon 60- bis 69-Jährige vorzuziehen und zum Impfen einzuladen.

Etwa mich?

Für mich ist der Wirkstoff ja wirk…

Sorry, aber auch in dieser Hinsicht verliere ich so langsam jedes Vertrauen in die Aussagen der maßgeblich Beteiligten. Ich kann und will diesen Eiertanz (ja, an Ostern…) ums heilige Impfstoffkalb nicht mehr nachvollziehen. Ebensowenig kann ich die Motive und Absichten der Beteiligten beurteilen, dazu ist mir die tatsächliche Faktenlage zu unklar und das politische Gerede darum zu hyperventilierend.

Ich werde einfach den Verdacht nicht los, dass dieser Wirkstoff unbedingt verimpft werden muss, weil man viel zu wenig von den anderen Vakzinen hat und deswegen die Angelegenheit weiterhin nicht vorankommt.

Ich weiß also leider nicht mehr, was ich tun werde, wenn plötzlich in Kürze eine vorgerückte Einladung zu einem Impftermin hereinkommen sollte.

6 Kommentare

  1. Es kommen einem die merkwürdigsten Gedanken. Andererseits wundere ich mich darüber, dass es aus GB keine Meldungen über diese Form von Thrombosen gibt (sic?). Vielleicht liegt es daran, dass – anders als bei uns – dort vor allem ältere Menschen mit AstraZeneca geimpft wurden. Der Druck auf die politischen Akteure dürfte wahnsinnig hoch sein. Es ist ja klar, dass der unvermeidliche Vertrauensverlust mit einem vermutlich krassen Rückgang der Impfbereitschaft (nicht nur für diese Vakzine) einhergeht. Wie soll unter diesen Voraussetzungen die Herdenimmunität überhaupt mal erreicht werden? Dass die Lage der Politik zugeschrieben wird, ist allerdings komisch. Schließlich trifft das alle Impflinge, die diesen Wirkstoff erhalten sollen bzw. können. Es bleibt dabei: Das Leben ist lebensgefährlich und auch in Deutschland nicht ohne Risiko.

  2. Jetzt könnte ich sagen: Genau. Deswegen muss ich mein Risiko nicht noch zusätzlich mit einem Impfstoff erhöhen, bezüglich dessen ich den Aussagen der Beteiligten aus Politik und bundesamtlichen Instituten nicht mehr wirklich vertraue. Zumindest im Moment nicht.

    Von daher halte ich mir alle Optionen offen. Ich kann mein Risiko nur aufgrund von klaren Daten und klaren, transparenten Informationen beurteilen. Das kann mir niemand abnehmen.

  3. Ich weiß nicht was ich mache, falls ich eine Einladung zur Impfung mit diesem Impfstoff erhalten würde. Zuerst werden keine über 60-Jährige damit geimpft und jetzt ist es genau umgekehrt. Wissen die denn überhaupt was die wollen?

  4. Leute, Ihr kritisiert das anscheinend ohne jede Erinnerung daran, WARUM AstraZeneca zunächst nicht für Alte zugelassen wurde: weil zur Wirksamkeit bei 65plus nicht genügend Daten vorlagen, da zu wenige Alte in den Testgruppen waren!
    Hier die Meldung dazu am 4.3., nachdem die Beschränkung aufgehoben wurde:
    „Bislang war das Mittel in Deutschland nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen. Dies wurde damit begründet, dass an ersten Studien zur Wirksamkeit nur sehr wenige Menschen teilgenommen hatte, die älter gewesen waren. Die WHO und die Europäische Arzneimittelbehörde hatten im Gegensatz zu den deutschen Behörden darin kein Problem erkannt. Entsprechend wird der Impfstoff in anderen EU-Ländern bereits seit seiner Einführung Erwachsenen jeglichen Alters verabreicht.“
    https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/03/astrazeneca-stiko-wirksamkeit-senioren-aeltere-zulassung.html

    Weil also unsere Behörden übervorsichtig sind, habt Ihr „Vertrauensverlust“? Vorsicht geht also nach hinten los, na super!

    Dass nun die unter 60-Jährigen nicht mehr mit AZ eimpft werden, liegt daran, dass ausschließlich bei ihnen, vor allem bei Frauen VOR der Menopause, die Blutgerinsel aufgetreten sind.

    Da ich Mitte 60 bin und der Risikofaktor Östrogen bei mir keine Rolle mehr spielt, hab ich keine Bedenken, mich impfen zu lassen. Der Impfstoff ist wirksam, schützt (wie die anderen auch) auf jeden Fall vor schweren Verläufen.

  5. AstraZeneca hatte ja vorher schon nicht den besten Ruf und auch wenn ich der Überzeugung bin, dass es sich bei der jetzigen Entscheidung rein um eine Vorsichtsmaßnahme handelt; ich würde mich derzeit lieber nicht damit impfen lassen.

    Wenn ich dann lese, dass in Hannover hunderte von Ärzten der Impfung ferngeblieben sind, trägt das auch nicht gerade zur Vertrauensbildung bei.

    Ich denke die Entscheidung wird jetzt eher nach Abwägung der eigenen Gefährdung getroffen. Aus reinem Altruismus werden sich allerdings die wenigsten mit dem Vakzin impfen lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.