Datenschutz-Einstellungen funktionslos?

Kontakte eines Netzwerksteckers

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Es war, oder ist, wie ich schon seit Jahren im Paranoia-Modus vermutet hatte: Das Abschalten der Standort-Ortungsfunktion (»Location History«) im Google-Account, z.B. für das Smartphone, war, oder ist, funktionslos. Nachdem das 2018 (!!) ein AP-Journalist aufgedeckt hatte, haben 40 US-Bundesstaaten geklagt und nun hat das befasste Gericht mit Google einen Vergleich geschlossen. Demnach zahlt der Konzern ein moderates Verwarnungsgeld von 400 Millionen Dollar (das enttspricht pro vermutlich betroffenem Bürger dieser Staaten deutlich weniger als 10 Dollar). Einen Vergleich vor Gericht vereinbart man, wenn dem Verklagten eine immense Strafzahlung droht und er deswegen mit jahrelanger Prozesslawine und Prozessverschleppung nach allen Regeln der Advokatenkunst androht. Nach dem Motto: Lieber den Spatz (eine vergleichsweise kleine, meist gönnerhaft zugestandene »freiwillige« Zahlung) in der Hand als die Taube (eine wirksame Bestrafung) auf dem Dach.

Ein einfältiger Tropf in meinen Augen, der jetzt glaubt, dass dieses Vergehen sich lediglich auf die 40 Bundesstaaten bezog und seit kurz nach 2018 nicht mehr auftrat.

Ich habe mich, wie angedeutet, schon seit Jahren gefragt, ob so mancher der Buttons, mit denen ich im Google-Account vorgeblich persönliche Datenschutzeinstellungen vornehmen kann, in Wirklichkeit womöglich ein reiner Fake-Button ist, der gar keine im Programmcode verankerte Funktion auslöst.

Was bleibt?

Nun, es steht jedem frei, sich zu informieren in Datenschutz-aktiven Kreisen wie z.B. bei Mike Kuketz, was man gegen die Ausspioniererei, das unablässige Nach-Hause-Telefonieren von Apps und gegen die Werbeschwemme auf z.B. Google/Android tun kann. Oder auch z.B. im Webbrowser. Es gibt Möglichkeiten und es gibt das freundlich bereitgestellte Know-how, wie man sie einsetzt, man muss es nur in Angriff nehmen.

Ich surfe z.B. auf all meinen Geräten schon seit mehreren Jahren nahezu 100-prozentig werbefrei, mit dem Firefox auf Android-Geräten und auf dem PC. Keine App auf dem Smartphone oder auf meinen beiden Tablets belästigt mich mit Werbung – und Apps, die den Dienst verweigern, wenn sie nicht schon beim ersten Aufruf nach der Installation Werbung aus dem Netz nachladen können, fliegen bei mir sofort wieder vom Gerät.

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