… und keiner merkt, dass wir uns wieder in eine sinnlose Empörungsspirale begeben haben – was wir doch alle eigentlich vermeiden wollten.
Ich verstehe inzwischen nicht mehr (eigentlich habe ich es nie verstanden), warum wegen jeder umstrittenen Themen-Mettwurst, die in kaum mehr als fünf bis sieben Blogs aufgeschnitten wird, ein Riesenfass aufgemacht wird.
Ich habe wirklich (glaube ich ziemlich sicher) alle Beiträge zu diesem Bloggerszene-Sommerlochthema (ja, das GÄÄNDÄÄRN!) gelesen, einschließlich der Kommentare. Da waren ein paar besonders dümmliche Exemplare dabei, über die ich grinsend hinweggegangen bin. Ich will und kann nicht dafür sorgen, dass jeder Blogger oder Kommentator zum Formulieren einer fundierten Meinung in die Lage versetzt wird. Ich bin nicht Lehrer in der Grundschule.
Übergeht doch solchen Unsinn einfach!
Warum wird das hochgekocht, bis es groß »Puuffff…« macht und alle sich aufregen und sich in der Wolle haben?
Darüberhinaus wissen wir doch alle, dass inzwischen jede Meinungsäußerung, die nicht gefällt, sofort politisch links/grün oder rechts/braun in die Schubladen tonnegetreten wird.
Worauf anschließend nur noch darüber (den bloßgestellten politischen Gegner) gestritten wird, nicht mehr über das eigentliche Thema.
Das sind doch alles Hamsterradrituale, Einstiege in die Empörungsspiralen – aus denen wir doch herauskommen wollten, oder nicht? Warum aus Webringen oder Blogverzeichnissen austreten, nur weil es dort mal benachbarte Blogger gibt, die giftig reagieren, wenn man selbst mal klar Stellung bezogen hat? Das wird bei kontroversen Themen immer wieder passieren – es gab übrigens auch nie eine Welt des Bloggens, in der das nicht so war.
Also hier mein Appell:
Schreibt einfach weiter in eure Blogs, was euch bewegt. Andere wollen das nämlich mitunter wirklich gerne lesen. Auch, wenn sie manchmal anderer Meinung sind und das entsprechend kommentieren. Falls jemand zu pöbeln beginnt oder den allfälligen politischen oder (vermeintlich) soziologischen Richtungsstreit provoziert: moderiert ihn raus! Keiner von uns muss Provokationen stehen lassen, mit denen bloß versucht wird, die nächste Empörungsspirale in Gang zu setzen.
Das markiert nämlich einen wesentlichen Unterschied zu den »Sozialen Netzwerken«, deren Betreiber hartnäckig versuchen, jegliche Moderation zu vermeiden. Vorgeblich wegen Redefreiheit und so weiter… wir Blogger dürfen das, von Haus aus!
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