25 Jahre Medienwandel – Das Blog als Konstante?

Ein Beitrag für die Blogwochen 2025 von Robert, Dirk und Benedikt

25 Jahre passt zwar für mich jubilarisch nicht ganz – ich blogge seit 21 Jahren, dieses Blögchen hier gibt es seit 11 Jahren – aber das macht ja nichpfz, oder?

Vor 25 Jahren, 2000 also, nutzte ich das Internet, genauer, das WorldWideWeb, schon etwas mehr als 4 Jahre. Bis zu meinem ersten Blog ab Ende 2003/Anfang 2004 würden also noch gute 3 Jahre ins Netz ziehen. Was tat ich also ohne Blog? War ich überhaupt mit irgendetwas aktiv im Netz?

Ja, war ich! Ich hatte schon eine eigene Homepage! Und die war handwerklich selbst gebaut, weil ich in diesem Zuge HTML und CSS gelernt hatte, neben etwas PHP/mySQL und Javascript. Und genau darum ging es auch auf meiner Homepage: um Webdesign.

Ich hatte in dieser Zeit auch die ersten Blogs entdeckt, eben weil einige US-Webdesigner damals Blogs machten, in denen sie über Wegdesign schrieben – technisch wie philosophisch.

Webdesign

Und es fand gerade ein Medienwandel statt: Die kommerzielle Welt drängte mächtig ins Netz, auf der Suche nach neuen Prfünden bzw. nach Wegen, die alten Pfründe in die neue Netzwelt zu manövrieren. Ihnen voran die großen Werbeagenturen, die oft lediglich die Magazin-Werbeseiten für ihre Kunden als Riesengrafiken oder als statische PDFs ins noch bandbreitenschwache Web klatschten, meist »optimiert für den XYZ-Browser«. »Webdesign« von Designern ohne Verständnis für das Web.

Dagegen versuchte eine stetig wachsende Zahl von engagierten Freelancern Webdesign für alle zu machen – standardkonform, für alle Nutzer, für alle Browser. Dieser Logik folgend entwickelte sich die Idee des barrierefreien Webs: alle Menschen sollten die Möglichkeit haben, das WWW zu nutzen, mit jeder ihnen jeweils verfügbaren rezeptiven Technik.

Blogs

Mit den Blogs kam die Möglichkeit, aktiv und kreativ im Web zu sein – prinzipiell für alle, die über einen Internetzugang verfügten -, und zwar ohne dass dazu Webdesign-Kenntnisse vonnöten waren. Zahlreiche Blogger-Dienste kamen auf und versammelten eine stetig wachsende Zahl von Schreibwilligen auf ihren Plattformen. Aber auch selbst-gehostet war Bloggen nahezu völlig ohne Webdesign-Kenntnisse möglich. Ich erinnere mich an zahllose frühe WordPress-Blogs mit unverändertem Standardtheme »Kubrick«. Es machte nichts, es spielte keine Rolle. Ein neues Medium war auf die große Bühne getreten, jede/r konnte, wenn sie/er nur wollte. Design war und ist hilfreich, aber zweitrangig. Das ist bis heute so, auch bei WordPress. Ich muss lediglich die Software auf den Server laden, kurz einrichten und kann sofort loslegen mit dem mitgelieferten Standardtheme.

Social Media

Parallel zu diesen Entwicklungen traten die ersten »social networks« auf den Plan. Allerdings bin ich der denkbar ungeeignete Chronist hierfür, ganz schlicht wegen nicht vorhandener Teilnahme meinerseits. Meinen Anteil proprietäre geschlossene Plattformen hatte ich mit den beiden Ur-Typen derselben, Compuserve und America Online, 1995 bis 1997 eingefahren und sah gar nicht ein, mich erneut auf jemandes Plattform »einschwören« zu lassen. Und auf welche absonderlichen Gruselkabinette noch gruseligerer Besitzer wir uns (nun, ich ja nicht) letzten Endes eingelassen haben, sehen wir heute. Mehr Grauen geht eigentlich nicht mehr.

Ja, Blogs

Da bin ich doch schon am Punkt! Ging doch schneller als ich dachte.

Mein Blog ist also naturgemäß meine Konstante in der medialen Welt, für mich schlicht und befreiend alternativlos. Alles andere brauche ich nicht, und zu allerletzt die verdorbenen Plattformen einer kleinen Handvoll Invividuen, die im Rausch ihrer Geschäftsmodelle inzwischen zu allzu mächtigen Monstern gewuchert sind.

Kommentare

2 Antworten zu „25 Jahre Medienwandel – Das Blog als Konstante?“

  1. Avatar von Erik

    25 Jahre später ist die Nutzung des Internets zwar barriereärmer geworden, von barrierefrei kann man aber immer noch nicht sprechen 🙂

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