Es geht darum, welche Informationen ein Medienanbieter als wichtig erachtet und welche eher als beiläufig interessant.
Und welche er hinter seiner Paywall zum kommerziellen Angebot »verschwinden« lässt und welche er auf der kostenlosen Frontseite seiner Publikation allen Lesern zur Verfügung stellt.
Es ist eine Frage der Bewertung und Entscheidung.
Zwei Möglichkeiten stehen zur Auswahl, eine kommerziell orientierte und eine inhaltlich und an der Bedeutung orientierte.
Im ersten Fall könnte ein Anbieter sagen, dass alles, was wirklich wichtig ist, dem vollen, kommerziellen redaktionellen Angebot zugehört. Zusätzlich verteile ich interessante Informationen von geringerer Relevanz im frei zugänglichen Gesamtportal. Als Appetithappen sozusagen.
Im zweiten Fall würde der Anbieter entscheiden, dass er die Informationen, die für seine gesamte Leserschaft wirklich wichtig oder gar essenziell sind, allen Lesern kostenfrei bietet und sein Angebot hinter der Paywall wichtigen, ausführlichen und darüber hinausführenden Hintergrundinformationen vorbehält.
Spielraum der Interpretation
Ich als Leser habe schließlich die Möglichkeit zur Interpretation:
Schiebt der Anbieter – in konkreten Fall der heise-Verlag – die als wichtig eingeschätzte Information hinter seine Paywall, dann kann sie womöglich nicht so arg wichtig sein, dass sie möglichst viele oder besser alle Leser erreichen soll.
Im konkreten Fall betrifft das den ratgebenden Artikel »So testen Sie Ihren Browser auf Datenschutz« mit der Unterzeile »Mit diesen Tools finden Sie heraus, wie gut Ihr Browser vor Tracking und Werbung schützt und wo Sie nachbessern sollten«.
Davon abgesehen, dass er mir persönlich nichts Neues zur Sache bieten wird, ist er wahrscheinlich nicht von solch wesentlicher Bedeutung, dass man die betreffenden Informationen möglichst allen Lesern ohne Blick auf deren (und vor allem die eigene) Brieftasche verfügbar machen würde.
Wie gesagt, das ist eine Interpretation der Sache…
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