Kibloggen

Melde mich auch nochmal zum Thema »KI« zum Bloggen nutzen, genauer, zum Schreiben von Blogartikeln. mkln.org sagt’s ganz kurz und knapp mit einem Zitat

If you’re not gonna bother writing it yourself, I ain’t gonna bother reading it myself.

Geoff Graham

Google-Übersetzer übersetzt so:

Wenn du dir nicht die Mühe machst, es selbst zu schreiben, werde ich es mir auch nicht durchlesen.

Ich würde so übersetzen:

Wenn du dir nicht die Mühe machst, es selbst zu schreiben, werde ich es mir auch nicht selbst durchlesen.

Das trifft es auch, wenn nicht sogar genauer, und es lässt die interessante Möglichkeit zu, bei eindeutig »KI«-unterstützt verfassten Blogbeiträgen selbst einen Chat-Papagei hinzuzuziehen, um mir den Beitrag interpretierend zusammenfassen zu lassen.

Anschließend die Software noch eine Bewertung formulieren lassen und selbst noch ein kurzes Fazit druntertippen.

Was spräche am Ende eigentlich dagegen, das ganze Gebilde als eigenen Blogbeitrag zu veröffentlichen?

Ich meine, gar nichts.

Es wäre ein interpretierender Sachbeitrag mit nachfolgender Bewertung und einem schließenden Fazit. Was braucht es mehr?

Aber der Gedanke enthält noch mehr Interessantes. Wie mkln.org in einem früheren Artikel schreibt, ist das Wesentliche an einem Blogartikel bekanntlich das persönliche Element. Die reine Sachinformation kann ich mir in der Regel auch aus Nachrichten-Angeboten zusammensuchen, wenn es mich wirklich interessiert. Das hat dann nichts mit Bloggen zu tun.

Das letzte persönliche Element in einem weitgehend »KI«- verfassten Blogartikel ist tatsächlich der Prompt (oder die Prompts)!

Im Prompt steckt der persönliche Impuls, die Idee zum Artikel, den der/die Blogger/in nicht selbst ausformulieren will.

Also tatsächlich:

Warum nicht den Prompt publizieren, der Leser kann damit einen Chat-Papagei eigener Wahl füttern?

Kommentare

4 Antworten zu „Kibloggen“

  1. Avatar von Horst Schulte

    Ich finde, dieses Urteil wirkt herablassend – und das völlig unnötig. Es gibt ohne Zweifel viele Menschen, die mit Grammatik oder Rechtschreibung Schwierigkeiten haben. Sie nutzen die neuen Möglichkeiten der KI, um ihre Texte flüssiger und insgesamt besser zu formulieren. Wozu also soll ein aufwendiger Prompt als vermeintlich „essenzielle Vorarbeit“ dienen?

    Ich setze KI genau in diesem Sinne ein.

    Wenn andere Autorinnen und Autoren ähnliche Ziele verfolgen, werden sie durch solche süffisanten Urteile in eine Ecke gedrängt, in die sie gar nicht gehören. Und das allein, weil manche offenbar ein Problem damit haben, dass ihre vermeintlich einzigartigen Formulierkünste im Strom der KI verblassen könnten.

    1. Avatar von Kerstin

      Ich finde schon, dass ein gewaltiger Unterschied besteht, ob ich mir von KI meinen Text noch mal glätten lasse oder ob ich ihn komplett generieren lasse. Ersteres mache sogar ich als studierte Germanistin, einfach weil ich für mich den Anspruch habe, möglichst gute Texte zu schreiben. Ich feiere die Möglichkeiten, die KI bietet (Gedanken sortieren, strukturieren, Texte überarbeiten,…) aber ich finde im Texte generieren sind die meisten LLMs gar nicht so gut. Und das erkennt man halt leider ziemlich schnell und ich hab dann meist keinen Bock mehr, den Text weiter zu lesen. Herablassend finde ich diese Haltung nicht…

  2. Avatar von Boris (Autor)
    Boris (Autor)

    Ich kenne (und lese) keine Blogger, die Schwierigkeiten mit Grammatik und Rechtschreibung haben, jedenfalls nicht mehr als ich. Ich mühe mich manchmal auch ab mit Formulierungen. Die Blogger, die ich kenne, schreiben (oder schrieben bisher) alle so, wie ihnen der (tippende) Schnabel gewachsen ist, und das ist mehr als gut so. Denn deswegen lese ich deren Blogs.

    Alles, wirklich alles, was mir bisher als KI-unterstützt in Blogs begegnet ist, war leider leicht erkennbar. Und zwar fast immer daran, dass die persönliche Note, der ganz individuelle Ton fehlt. Das liest sich alles ausnahmslos sonderbar und wie aus Lexika ‚komponiert‘.

    Mag sein, dass ich eine besondere Nase für so etwas habe.

    Ich würde mich allerdings duchaus mal für eine Text-KI interessieren, die in der Lage ist, meinen ganz persönlichen Stil und meine textlichen Eigentümlichkeiten quasi zu extrahieren und auf ähnliche Weise zu schreiben. Am besten zu einem Thema, zu dem ich mangels Kenntnis nichts schreiben kann.

    Übrigens, der Kollege Thomas Gigold neigt ja dazu, Rants zu schreiben. Ich neige eher zu süffisanten oder manchmal sarkastischen Erörterungen, um meine Gedanken und Standpunkte darzulegen. So bin ich halt. So ein Ton hat schon immer mein Bloggen ausgemacht.

  3. Avatar von Su Mu
    Su Mu

    Ich nutze eine Browser-Erweiterung, die die Rechtschreibung prüft. Ansonsten schreibe ich meine Texte selber, ohne KI.
    Finde ich ehrlicher und persönlicher.

    Ich fände es sinnvoll und hilfreich, wenn man Ki Texte, Videos und Bilder auch als solche kennzeichnet.

    Social Media wird geflutet mit fake Videos etc. 🙁 Das nervt, auch wenn man nur Nachrichten lesen will.

    Danke für deinen Artikel!

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