Wer kam eigentlich auf die sonderbare Idee, dass die 12-Uhr-Regelung für Preisanstiege bei Benzin und Diesel an den Tankstellen für eine Verringerung oder gar ein Ende der Preiserhöhungen sorgen würde?
Die Mineralölindustrie erhöht die Preise für Benzin und Diesel, weil sie es a) kann, und b) weil sie einen mächtigen Grund dafür ins Feld führen kann. Nämlich den allgemeinen Preisanstieg bei Gartenpflegezubehör… den Iran-Krieg. Oder war es der Israel-Palestina-Krieg. Oder der Ukraine-Krieg vielleicht… egal, irgendeinen passenden Grund findet man immer unter dem Bettvorleger.
Die 12-Uhr-Regel besagt ja nur, dass einmal am Tag, nämlich um 12 Uhr, die Preise an den Zapfsäulen erhöht werden dürfen. Also fasst die Industrie die prognostizierten Preisanstiege, die sie sonst über den Tag verteilt dutzendfach ausgehängt hat, zusammen und schlägt einmal um 12 Uhr richtig fest auf den Kackehaufen.
Das führt zu genau zweierlei:
- Ich tanke Samstag/Sonntag, wenn ich meine Touren fahre, mit den Motorrädern spätestens um 10 Uhr, da herrscht Ruhe an den Tankstellen
- Ab kurz vor 11 Uhr bilden sich an vielen Tankstellen mehrere hundert Meter lange Schlangen, weil alle noch schnell vor 12 Uhr die Tanks voll bekommen wollen (Vielleicht könnte man da noch günstig Klopapier, Mehl und Hefe in größeren Abnahmemengen anbieten, wissenschon, Krise und so)
Die Festlegung auf eine einzige Erhöhungs-Uhrzeit hat auch den Vorteil, dass der Literpreis, den man bei Anfahrt zur Tankstelle an der Stele liest, ziemlich genau dem Preis entspricht, den man zweieinhalb Minuten später tatsächlich bezahlen muss. Das war bisher nicht notwendigerweise der Fall.
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