
Eigentlich hat mich der Henning heute früh auf die Idee gebracht, jetzt diesen Artikel zu schreiben. Sein Artikel von gestern hat zwar inhaltlich gar nichts mit meinen Befindlichkeiten zu tun, trotzdem hat er was ausgelöst. Und zu seinem Thema habe ich auch etwas beizutragen. Dazu gleich.
Ich werde heute einfach mal einen Artikel schreiben, in dem ich in jeweils ganz kurzer Form Themen aufgreife, die mich zur Zeit beschäftigen, die ich beobachte oder die mir zu denken geben.
Tatsächlich bewegen sich meine momentanen Interessen zu privaten bzw. persönlichen Aktivitäten zwischen den Polen Motorradfahren und Beschäftigung mit bildgenerierenden »KIs« wie SDXL 1.0 und seinen zahlreichen abgeleiteten »Checkpoints« (Speziell trainierte Varianten von Base Models) und dem moderneren Z-Image Turbo, zu dem es inzwischen ebenfalls zahlreiche abgeleitete Checkpoints gibt. Mein sogenannter »KI-PC« ist eine ausgesprochen gute Spielwiese für lokale Bildgenerierung mit solchen Tools.
Bloggen mit Statistik
Henning Uhle schreibt erfrischend über sein andauerndes Pendeln zwischen dem Beobachten seiner Blog-Nutzungsstatistik (Matomo und Statify) und dem Ignorieren derselben – um nicht Gefahr zu laufen, der statistischen Auswertung sozusagen hinterher zu schreiben, um des vermeintlichen »Erfolgs« willen.
Ihm geht es im Grunde wie mir, denn ich blogge schon immer unabhängig davon, ob meine Themenwahl irgendwelchen Erwartungen der Blogleser-Welt entspricht, was ich ja durchaus aus den statistischen Auswertungen herauslesen könnte. Immerhin habe ich das aktuelle Statify-Analysebild prominent im Admin-Dashboard meines Blogs platziert. Es ist schlicht Neugier, die für mich nicht handlungsleitend wird.
Bloggen mit KI
Ein bisweilen energisch vieldiskutiertes Thema, meist klar akzentuiert PRO oder CONTRA artikuliert. Gut geeignet, in manchen Bloggenden das spontane Gefühl auszulösen, dass ihnen gerade auf die Füße getreten wird.
Derart habe ich mich schon an früherer Stelle geäußert, deswegen dazu jetzt nicht viel mehr außer der Bestätigung meiner eigenen Überzeugung, dass ich (also: ICH) nicht weiß, zu welchem Zweck ich ein LLM zum Schreiben von Artikeln in meinem Blog einsetzen sollte.
Ok, doch, vielleicht, und zwar einem Kommentar von Su Mu im genannten Artikel folgend: Ich würde mir ein LLM wünschen, bei dem ich verlässlich davon ausgehen könnte, dass es wirklich krass und massiv spezialisiert mit deutscher Rechtschreibung und Grammatik trainiert wurde, so dass ich es als zuverlässiges Tool zum Abschluss eines Blogartikels einsetzen könnte. Das empfände ich nämlich manchmal als ziemlich hilfreich.
Wer da mehr weiß als ich, kann gerne einen Hinweis als Kommentar hinterlassen.
Stichwort Recherche
Manchmal lese ich, dass Blogger:innen LLMs zwecks inhaltlicher Recherchen zu einem Thema einsetzen. Ich verstehe das nicht ganz, ich versuche das mit einer Analogie zu erklären.
Professor:in und Assistent:in
Während meiner Studienzeit (Prä-Internet) gab es Lehrende, die Assistent:innen mit Recherchen zu Aspekten eines Themas beauftragten, das sie gerade seminarweise in Arbeit hatten. Mindestens zweierlei Voraussetzungen mussten unabdingbar gegeben sein, damit das funktionieren konnte:
- Die assistierende Person musste über profunde Sprachkenntnis in Wort und Schrift verfügen – wovon in der Regel ausgegangen werden konnte
- Der/die Professor:in musste der Assistenz vertrauen, dass sie über entsprechende fachliche Kompetenz verfügte, die ihr eine relevante Recherche überhaupt erst ermöglichen würde
Punkt 2. ist entscheidend:
Wie sollte ich einer rein formal-statistisch operierenden Instanz (LLM), die Sprache inhaltlich gar nicht versteht, inhaltlich vertrauen, dass ihre Recherche tatsächlich gehaltvoll, profund und vor allem faktisch korrekt ist?
Simply NO WAY. Ich müsste ja jedes Recherche-Ergebnis selbst auf Akzeptabilität prüfen. Da recherchiere ich lieber selbst und erspare mir die Kontrolle. Komme mir jetzt niemand mit dem »Vorteil« der Zeitersparnis, womöglich angesichts eines hohen Zeitdrucks in Folge der inzwischen schier unbewältigbaren Textschwemme im Internet. Zeitersparnis auf diese Weise hat möglicherweise einen hohen substanziellen Preis. Natürlich gerät tagesaktueller Journalismus dadurch in ein kaum auflösbares Dilemma. Aber wir (ich) reden hier ja nicht von Journalismus, sondern vom Bloggen.
Die eigene Recherche zu einem Thema stellt übrigens schon für sich genommen Erkenntnisgewinn dar.
Das vermüllte Internet
Kürzlich las ich mehrfach von inhaltlichen Studien über die bedenkliche Entwicklung, dass inzwischen mehr als ein Drittel aller Webseiten im Netz rein KI-generiert oder zumindest massiv KI-unterstützt seien. Und dass Forscher das tatsächlich auf die Markteinführung von ChatGPT im Jahr 2022 zurückführen können. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstehe:
Handelt es sich dabei um eine zusätzliche Zunahme von Webseiten gegenüber der Zahl, um die das Netz sowieso jedes Jahr anwächst? Oder bezieht das in großer Zahl Webseiten ein, die es zuvor schon gab, die jetzt aber sukzessive auf KI-generierte Inhalte umgestellt wurden? Oder spielt das gar keine Rolle?
Jedenfalls, die Folge dürfte bekannt bzw. leicht abzuschätzen sein. Je mehr KI-generierte Inhalte (Text wie Bild) ins Netz gelangen, desto höher wird deren Anteil an immer wieder respektive permanent ins Trainingsmaterial eingehenden Datenbeständen sein. Es ist dann lediglich eine Frage der Zeit, wann Inhalte im Netz überwiegend nur noch statistisch mehrfach widergekäuter KI-Müll sein werden. Es wird keine »sehende« KI geben, die wundersamer Weise in der Lage sein wird, KI-generierte Inhalte zuverlässig von »echten«, menschengemachten Inmhalten unterscheiden kann – um schließlich nur diese als Trainingsmaterial einzusetzen. Das entspricht vielleicht vom Traum des Münchhausen, sich selbst an den eigenen Haaren aus dem Schlamassel ziehen zu können.
KI-Bilder = KI-Slop?
Mir ist inzwischen des Öfteren die Gleichsetzung von KI-generierten Bildern im Allgemeinen und KI-Slop aufgefallen. Das sehe ich als reichlich überzogen an -und als Argument funktioniert es auch gar nicht. Denn ich kann nicht die Technik und die Art und Weise, wie ein Bild erzeugt wurde, zur Grundlage einer inhaltlichen Bewertung machen. Das wäre so etwas wie ein Kategorienfehler.
Eine Leserin hat kürzlich zwei begleitende Bilder in einem meiner Blogartikel als »grauenvolle Slop-Bilder« bezeichnet. (Ihr seht, das beschäftigt mich.) Im Grunde hat sie schon recht, die beiden Bilder sind nicht gerade von besonderer Qualität, es waren Schnellschüsse aus einer spontanen Bildidee heraus. Ich habe, glaube ich, einigermaßen tolerant und unbeleidigt geantwortet. Löschen werde ich die Bilder deswegen aber nicht.
Worauf ich allerdings hinaus will, und das ist in meiner Kommentar-Antwort ausgedrückt, ist der seit sehr vielen Jahren zu beobachtende Tatbestand, dass das Internet mit einer Unzahl an bildhaftem Slop zugemüllt wird. Das wurde schon zu frühesten Flickr-Zeiten selig öfters angemerkt. Und noch länger schon in Webdesigner-Kreisen, wo es um die Unzahl von Firmenwebsites ging, die mit unsäglichen Stockbildern zugekleistert wurden. Die schließlich zwar fotografisch-technisch hochwertig, inhaltlich aber höchst oft genau das sind: Slop.
Die beiden diesen Artikel einfassenden Pseudo-Fotos sind ebenfalls echte Schnellschüsse von heute morgen und insofern auch echt »sloppy« – ich hätte mir viel mehr Mühe und zeitraubende Prompt-Arbeit machen können und die jeweilige Bildaussage viel hochwertiger generieren können.
Ich mache mir da »nicht viel Kopf drum«, ich habe über die Jahre auch genug bestenfalls mittelmäßige Fotos hier im Blog gepostet. Meist von wesentlich bescheidenerer Qualität als sie z.B. regelmäßig beim Horst Schulte in seinen Naturaufnahmen aus seiner örtlichen Umgebung zu finden ist.
Aber ich publiziere auch auf einer ziemlich großen Bild-Plattform, die sich KI-geprompteten Bildern widmet, und dort, denke ich, sehe ich durchaus nicht selten Bilder, die ich als meisterhaft bezeichnen würde. Bilder aufgrund großartiger Bildideen, perfekt in Prompts formuliert und mit den optimal geeigneten KI-Models (Checkpoints) umgesetzt. Ich sehe bei solcher Art, Bilder zu erzeugen, durchaus die Möglichkeit, Kunstwerke zu schaffen.
Aber das ist eine andere Diskussion, die einen eigenen, ausführlicheren (und recherchierenden) Artikel verdient hat.
Nun zu etwas völlig… zu anderen Themen
Bundesregierung (2025ff)
Nach meiner Überzeugung erleben wir seit Beginn 2025 den bisher längsten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Offenbarungseid der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ich bin ja schon von Haus aus Pessimist, aber dass es nach der »Ampel-Regierung« einen derartigen Abstieg an Lust- und Interesselosigkeit, an Unfähigkeit, Arroganz, Borniertheit und unverhohlener Lobby-Hörigkeit, an Verweigerung zur Entwicklung jeglicher Zukunftsvision zugunsten einer geradezu archaischen Sehnsucht nach einer unveränderlichen, vermeintlich besseren Vergangenheit geben könnte, hätte selbst ich mir nicht vorstellen mögen. Vom SchleBuKAZ (Schlechtesten Bundeskanzler aller Zeiten) gar nicht zu reden… das ist vielleicht wirklich kaum noch zu unterbieten.
Bloggen zu aktuell brennenden Themen
Oder zu Themen, die unsere Welt der täglichen Nachrichten beherrschen.
Das war für mich nie wirklich maßgeblich. Ich bin privater Blogger, kein Journalist. Wenn mich ein Thema nicht interessiert, schreibe ich nichts dazu. Meine Blogartikel repräsentierten schon immer einen Teil der Themen, die mich interessierten. Nicht alle.
Gelegentlich habe ich in jüngster Zeit in einigen Blogs Stimmen vernommen, dass es auf Unverständnis stößt, dass so wenige Blogger sich zu den drängendsten Fragen unserer Zeit äußern, dass sie sich gar weigerten, Stellung zu beziehen. Implizit ist damit in der Regel die Aufforderung verbunden, diese Verweigerungshaltung aufzugeben und Stellung zu beziehen.
Implizit ist damit in der Regel auch die moralische Vorauswahl, quasi »pro-aktiv«, getroffen, für welche Seite Stellung zu beziehen ist.
Wiederum in der Regel lasse ich solche Anwandlungen unkommentiert an mir vorüberziehen. Moralische Ansprüche mir gegenüber stelle ich selbst, nicht andere.
Noch zwei Beobachtungen.
Filme und Serien
Ich stelle seit längerer Zeit fest, dass ich immer weniger Filme und TV-Serien schaue.
Immer öfter schaue ich in meine Amazon Prime Video-App im Fernseher, um für den (meist Freitag- oder Samstag-) Abend einen Spielfilm zum Schauen auszusuchen. Und immer öfter verlasse ich die App nach mehr oder weniger Minuten wieder ergebnislos und tue anschließend etwas anderes.
Ich finde irgendwie keine Filme mehr, die mich wirklich interessieren, auf die ich jeweils wirklich Lust hätte. Inzwischen schränke ich (zusätzlich) meine Auswahlmöglichkeiten ein, indem ich keine Filme mehr auf die persönliche Warteliste setze, für die zusätzliche Leih- oder gar Kaufgebühr anfällt. Ich sehe das einfach nicht mehr ein, immer noch mehr Geld für Content zu bezahlen. Und ich sehe genausowenig ein, mir gegen Monatsgebühren weitere Filmanbieter zu erschließen, um den Pool an Auswahlmöglichkeiten zu vergrößern. Denn letzten Endes geht es nur darum, mir maximal möglich Werbung auf den Bildschirm zu schieben. Netflix, Amazon, Paramount, Apple TV und wie sie alle heißen sind keine Film und serien-Anbieter, sondern Werbeplattformen mit Rechtfertigungs-Content. Weil sich Nutzer ohne diesen keine Werbung anschauen würden.
Und ausschließlich darum geht es. Das ist das einzige Geschäftsmodell. Niemand in diesen Konzernen interessiert sich für Filme oder TV-Serien.
Bücher
Ich finde kaum noch Bücher zum Lesen, also Bücher, die mich wirklich interessieren. Meine (ehemaligen?) Lieblingsautoren leben zwar fast alle noch, aber sie schreiben kaum noch neue Bücher. Deren Publikationsfrequenz geht deutlich zurück. Ich verstehe nicht ganz, warum das so ist. Früher waren die klassischen Verlags-Klappentexte (ja, wirklich!) für mich oft der initiale kleine Funke, der mein Interesse auslöste. Zur Entscheidung für oder gegen ein neues Buch brauchte es dann nur noch die beiden Anfangsseiten. Heute gelingt das kaum noch.
Erinnere mich, dass ich genau dieses Thema schon einmal hier im Blögchen hatte, vor knapp eineinhalb Jahren nämlich. Seitdem hat sich nichts geändert.
Musik
Erfreuliches zum Schluss!
Ich höre wieder ziemlich viel Musik, vielleicht kompensiere ich so den Mangel an Büchern und Filmen. Das ist gut so. Ich entdecke viel Musik aus älteren Tagen… älteren Zeiten, zum Teil entdecke ich sie wieder neu. Aber ich entdecke gelegentlich auch neue, aktuelle Musik. Die Quelle hierfür ist oft Radio Paradise, der nahezu einzige Internetradio-»Sender«, den ich höre. Und das seit Ende der 90er Jahre! Eine schier unerschöpfliche Quelle guter Musik aus allen Genres, schrankenlos quasi, und inzwischen gespeist aus acht Channels. Musik, ausgewählt von echten Menschen für echte Hörer, und das werbefrei.
Interessante Musiker entdecke ich gerne auch und immer wieder über die wunderbaren Youtube-Channel von Rick Beato, Doug Helvering, NicknLex, Jim Newstead, Notes Review, Andy Edwards, The Charismatic Voice und zahlreiche andere.
OK, das soll es für heute gewesen sein, meine Blog-Laune ist wieder sonniger, und ich bin ein paar Dinge losgeworden.
PS: Ich muss doch mal nach den globalen Schriftgrößen meiner Überschriften schauen. Was ich hier in diesem Artikel von H2 bis H4 sehe, passt mir so gar nicht…


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