Es wird schon wieder eine kleine Sau durch’s Dorf getrieben…

Der erzeugende Prompt
Create a dramatic comic illustration, slightly tilted, of a cute pig running in panic through a narrow cobblestone alley in a cozy old village. In the background a large angry rot of people is coming running around the corner, hunting the pig, shouting manifold »KI!« and »KI KI!!«
The scene plays early evening, golden hour. Use soft earthy color tones.
Streit um des Kaisers Bart…
…nur trägt der gar keinen. Anlass dafür, dass die Verwendung von LLMs und am Rande auch KI-generierten Bildern in Blogs erneut »thematisiert« wurde, war wohl die beschlossene EU-Regelung zur Kennzeichnungspflicht der KI-Nutzung in allerlei kommerziellen Medienformen. Allerdings habe ich tatsächlich eher keine Diskussion zum Thema beobachtet, sondern persönliche Auseinandersetzuneg, meist aufgrund von allgemeinen Meinungs-Rundschlägen einiger Blogger.
Anmerkung: Nein, ich verlinke in diesem Beitrag keine dieser Auseinandersetzungen, denn es ging im Grunde gar nicht um die Sache selbst, sondern um das Festklopfen von Überzeugungen gegen Überzeugungen anderer Blogger. Ums Austeilen und ums Rechthaben.
Eine andere, sachliche Diskussion ist wohl auch kaum möglich. Es geht bei dieser Thematik im Grunde nur um Haltungen. Haltung, welche Art von Texten jemand in Blogs lesen will, welche nicht, welche sprachlichen Hilfsmittel dazu als erlaubt angesehen werden. Und der anderen Seite bleibt nichts weiter übrig als die Rechtfertigung des eigenen Schreibprozesses. Das geht dann eine Weile hin und her, und niemandem ist damit in irgendeiner Weise zum Vorteil gedient.
Das ist fruchtlos und führt zu nichts. Daran beteilige ich mich nicht. Deswegen verlinke ich auch keine der betreffenden gut ein Dutzend Beiträge, die ich in den letzten Tagen gelesen habe. Das heißt:
Den neuerlichen Sautrieb durchs Bloggerdorf habe ich in den letzten Dutzend Tagen manchmal amüsiert, öfter jedoch kopfschüttelnd verfolgt. Die Blogbeiträge lassen sich über die bekannten Blogaggregatoren leicht finden.
Mit der KI-Kennzeichnungspflicht in der EU habe ich mich allerdings intensiver beschäftigt. Über einen bisher, auch in dieser neuerlichen »Diskussion«, völlig unbesprochenen Aspekt hat sich bisher allerdings niemand ausgelassen – der gerade uns private Blogger zukünftig betreffen könnte. Wahrscheinlich hatte niemand Zeit dazu. Deswegen schreibe ich hier kurz eine Notiz dazu. Danach noch etwas zu meiner Art und Weise, im Blog KI-generierte Elemente einzusetzen. Und darüber, warum ich das gelegentlich tue.
Das private Blog?
Ich habe zugehörige EU-Quelldokumente zur KI-Kennzeichnungsverordnung gelesen… OK, jetzt doch drei Links:
- https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/guidelines-ai-transparency-obligations
- https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/faqs/transparency-obligations-under-article-50-ai-act
- https://artificialintelligenceact.eu/de/article/50/
Darüberhinaus eine ganze Reihe von Sachkommentaren und Erläuterungen in deutscher Sprache. Ich wollte wissen, inwieweit diese Verordnung uns private Website- oder Blogbetreiber betrifft. Dem Anschein nach dürften solche Seiten nicht betroffen sein, allerdings finden sich in den von mir duchsuchten Texten keine wirklich semantisch handfeste Informationen dazu. Eher kurze beiläufige Erwähnungen.
Ich fühlte mich erinnert an die seinerzeitige Debatte über die Impressumpflicht bei privaten Webseiten oder Blogs. Die Formulierungen zu betroffenen Betreibern bei der KI-Kennzeichnungspflicht lesen sich sehr ähnlich. Und damals hatte sich, ich erinnere mich gut, bei unserer landläufigen Gerichtsbarkeit, für die das Internet-Neuland nachhaltig terra incognita vergleichbar der Marsoberfläche zu sein scheint, ziemlich schnell die Auffassung durchgesetzt, das »privat« meint, dass eine Webseite lediglich persönlichen Zwecken dienen darf und nur Familienmitgliedern und höchstens noch einem engen Freundeskreis zugänglich gemacht wird.
Vergleichbares fürchte ich für KI-generierte Inhalte ebenfalls. Realitätsfremd, aber Deutschland. Wir verfügen zwar über keinerlei Sachkenntnis, von der wir wüssten, aber wir regulieren trotzdem haarklein.
Ich jedenfalls bin von diesem in meinen Augen etwas unklaren Sachverhalt kaum betroffen, denn die Kennzeichnung meiner Verwendung KI-generierter Inhalte ist immer gegeben. Ich publiziere solcherart generierte Bilder ja genau deswegen, weil ich sie mittels KI-Bildgeneratoren erzeuge. Sie geben in keinem Fall vor, etwas anderes, z.B. echte Fotos, zu sein. Deswegen:
Jetzt also: Ich und KI
Ich schrieb an früheren Stellen hier im Blog, dass ich mich eher nicht, also eher am Rande der Diskussion, mit LLMs und zugehörigen Chatbots beschäftige. Das Thema interessiert mich zwar wissenschaftlich respektive theoretisch, praktisch aber habe ich für LLMs keine Verwendung, von einer kleinen Ausnahme abgesehen.
LLMs
Meine Texte im Blog sind nicht zu verbessern, auch nicht von LLMs, denn sie stehen genau so, wie ich sie schreibe. Sie sind Absicht und gar nicht geeignet, irgendwelchen Qualitätsanforderungen zu genügen, die irgendjemand stellen zu können glaubt. Bloggen ist für mich keine Schreibübung, in der ich irgendetwas formuliere, was anschließend oder gar währenddessen verbessert oder »optimiert« werden könnte. Schon gar nicht von einem Tool, das prinzipbedingt gar keine derartige Instanz sein kann. Ein höher als ich begabter und erfahrener Autor (oder Lehrer) könnte bestenfalls eine solche Instanz sein. Genauso wenig schreibe ich für eine wie auch immer imaginierte Zielgruppe, die von mir eine bestimmte Art von Texten erwarten würde. Ich bin kein Journalist, und das hier ist kein Sach-Informationsmedium mit Meinungsspalte. Nun zur kleinen Ausnahme.
Wenn ich mit bilderzeugenden KIs »arbeite«, habe ich manchmal das Bedürfnis nach Unterstützung beim Formulieren englischsprachiger Prompts, weil mein Englisch-Wortschatz nicht so reichhaltig und differenziert ist, wie er für diesen Zweck in manchen Fällen sein müsste. Dann kommen das eine oder andere lokal installierte LLM ab und zu hilfreich zum Einsatz.
Gelegentlich schalte ich die Firefox-Rechtschreibkontrolle ein, vor allem, um Tippfehler zu finden. Ob diese inzwischen mit KI im Hintergrund arbeitet, weiß ich nicht, es ist mir auch völlig egal.
Bilder
Mit bilderzeugenden KIs »arbeite« ich gerne und oft, vor allem, seit ich einen PC auf dem Schreibtisch stehen habe, der gut dafür ausgestattet ist. Mir macht es Spaß, mit diesen komplexen mathematischen Software-Verfahren Bilder zu erzeugen, deren Ideen schlicht meiner Fantasie entspringen. Auch hierzu habe ich an früherer Stelle bereits ausführlich geschrieben.
Zum Publizieren, gelegentlich auch zum Erzeugen und zur Inspiration nutze ich meist die Plattform Civitai.com. Seltener dieses Blog, aber vielleicht ändere ich das in der nächsten Zeit.
Meine bildschöpferischen Neigungen gehen dabei deutlich in Richtung Fotorealismus, weniger in Richtung Fantasy, Comic oder gar Anime, viele meiner Bilder würde man in einer weiter gefassten Definition, wie sie allerdings der EU-Regulierung entspricht, als »Deep Fakes« bezeichnen. Das heißt, sie könnten in vielen Fällen durchaus auf einen ersten Blick als echte Fotos durchgehen. Meist reicht ein zweiter, genauerer Blick, um die künstliche Erzeugung zu entlarven. Im Falle meines Blogs reicht in der Regel die Bildunterschrift, wo ich (hoffentlich) immer die erzeugende Instanz angebe. Darum geht es mir ja.
Also noch einmal am Beispiel der kleinen Sau, die nun wieder Gelassenheit gefunden hat, diesmal aber fotorealistisch dargestellt:

Der erzeugende Prompt
Create a nightly closeup portrait of a pig laying relaxed on a lush chaiselongue inside an exquisitely decorated baroque living room, part of a majestic baroque mansion, the scenery is sparsly lit, the pig is seen from the side at 10° angle, it is fixating the viewer with curious attention. Chiaroscuro style colorization and lighting result in a dramatic overall expression with deep shadows and a dark color scheme.
Den Prompt gebe ich in aller Regel ebenfalls bekannt, es kann ja sein, dass ein Leser diesen zum Ausgangspunkt für eigene Bildideen verwenden mag.
Was ich hiermit übrigens ausdrücklich gestatte.
Als Profifotograf hätte ich womöglich eine derartige etwas morbide wirkende barocke Örtlichkeit suchen und finden, dann eine fotogene Sau als Tiermodel mieten können (gibt’s das?), alles entsprechend einrichten und schließlich ein solches Foto schießen können. Als Hobbyknipser mit minimalen technischen Mitteln allerdings wäre mir das jedoch schlicht weder technisch noch finanziell möglich.
Mit einem Software-Tool wie z.B. Krea2 Turbo oder Z-Image Studio auf dem eigenen Rechner kann ich die Idee realisieren. Also tue ich das, und zwar, weil es mir Spaß macht. Und wenn ich solche Bilder und zahlreiche andere Bilder zum Teil auch ganz anderer Art auf einer Plattform wie Civitai veröffentliche, freuen sich ziemlich viele Nutzer darüber – so, wie ich mich über deren Bildgenerationen freue. Das ist absolut nichts anderes als Fotos auf einer Fotoplattform wir Fotocommunity, Flickr oder meinetwegen Instagram zu posten. Fotografen kommunizieren auf solchen Plattformen ihre Fotos, Grafiker, Zeichner und Maler mögen (Bilder ihrer) ihre Schöpfungen auf entsprechenden Plattformen kommunizieren.
Wenn jemandem meine KI-generierten Bilder nicht gefallen oder er/sie irgendetwas dagegen hat, dann ist das so. Es steht jedem frei.
Glaubt mir, die Blogs, die Fotos oder illustrierende Grafiken zu Artikeln einsetzen, die mir wirklich gefallen, kann ich wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Aber das macht nichts, das ist gut so.
Deswegen zum Abschluss noch ein eher sloppiges Bild zum Thema…

Der erzeugende Prompt
Funny casual amateur style smartphone image of a shaggy cat standing in a cluttered office, looking surprised up at the viewer, saying: »I CAN HAZ AI TOO!« The cat is standing erect on an office chair, a greasy beefy cheeseburger is laying on a small plate on the table.

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