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Die Rechenkunst der Berliner Polizeipräsidentin

(Lesedauer: ca. 2 min)

Die Berliner Polizeiführung will nach Aussage ihrer Präsidentin Barbara Slowik intensiv gegen rechtsextreme Kolleginnen und Kollegen vorgehen:

»Wir führen diesbezüglich aktuell knapp 40 Disziplinarverfahren. Die Hälfte dieser Fälle führen wir mit dem Ziel, die Betroffenen aus dem Dienst zu entlassen«, sagte sie der Zeitung Die Welt.

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/polizei-berlin-rechtsextreme-slowik-100.html

Von den 26.000 Beschäftigten der Berliner Polizei stünden aber

99,9 Prozent fest auf dem Boden des Grundgesetzes

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/polizei-berlin-rechtsextreme-slowik-100.html

Rechnen wir mal nach:

0,1 Prozent stehen also behauptetermaßen nicht fest auf dem Boden des Grundgesetz. Das sind bei 26.000 Polizisten ganze 26.

Warum führt man dann »diesbezüglich« gegen knapp 40 Polizisten Disziplinarverfahren, von denen ja 14 unverdächtig sein müssten? (40 – 26 = 14)

Ich fürchte vielmehr, dass es eben nicht nur knapp 40 Rechtsextremismus-Verdächtige sind (und schon gar nicht nur 26), gegen die man auch disziplinarisch vorgeht, sondern 40 + X, dessen Dimension man schlicht nicht kennt – aber ich vermute, dass X mindestens höher dreistellig ist.

Im Übrigen ist es so ein Klassiker bei der Verwendung von Fallzahlen, dass man mindestens unterschwellig über die Art der Argumentation (oder der Zahlenspiele) suggeriert, dass die Zahl der aufgeklärten Fälle deckungsgleich sei mit der (unbekannten) Zahl der Fälle insgesamt. Das kennt man vom Doping, z.B. bei der Tour de France, wo auch oft in der Nachricht von entdeckten Dopingfällen mitschwang, dass man vorgeblich alle Fälle aufgedeckt hätte.

Sollte ich wohl lieber von einem allzu leicht zu durchschauenden Taschenspielertrick zugunsten der unbedingten Aufrechterhaltung des Einzeltätermythos in Sachen Rechtsextremisten in der Polizei sprechen?