30 Jahre Linux

Tux, das Linux-Maskottchen
Original von Larry Ewing
(lewing@isc.tamu.edu und The GIMP)

30 Jahre – Lange ist es her…

…und doch so kurz. Herzlichen Glückwunsch!

Vor 30 Jahren (und 5 Tagen, um genau zu bleiben), am 25. August 1991 stellte Linus Torvalds seine Ankündigung einer gerade im Entstehen befindlichen kleinen Eigenentwicklung eines Betriebssystemkerns in die Minix-Newsgroup ‚comp.os.minix‘. Mit der Bitte um Vorschläge, Feedback und gute Ideen. (Zu Linus Torvalds)

Heute ist Linux, wie er sein System kurz darauf nannte, das größte Softwareprojekt der Geschichte und (nicht nur) aus der Internetwelt nicht wegzudenken.

Lange – und doch…

Im August 1991 hatte ich, glaube ich mich zu erinnern, noch meinen ersten PC, einen Vobis Highscreen XT mit 640 KB RAM und einer Festplatte mit 20 MB Kapazität. Gerade auf VGA_Grafik aufgerüstet. Auf dem DRDOS, das ich einsetzte, saß Geoworks Ensemble, ein in Assembler (Maschinensprache-nah) geschriebener Betriebssystem-Aufsatz mit schöner grafischer Oberfläche und zahlreicher nützlicher Software, der sogar Multitasking beherrschte – dem aber vor allem aufgrund des mächtigen Aufkommens von Microsoft Windows (3.1) und der mangelnden Unterstützung durch andere Software- und auch Hardware-Hersteller keine rosige Zukunft beschieden war.

Damals galt es für mich und einige Bekannte und Gleichgesinnte, die ebenfalls Alternativen zu Windows suchten also, sich umzuschauen, was noch alles in den Entwickler-Pipelines steckte und auf den Markt drängte.

Da war IBMs OS/2, im Geschäftsmarkt durchaus schon etabliert, aber nicht wirklich für den Jedermann-Markt tauglich. Apples PCs und das MacOS waren eine Parallelwelt, der man sich (für teuer Geld) umfänglich verschreiben konnte und musste.

UNIX und seine diversen, auch freien Derivate wie z.B. FreeBSD, galten als Betriebssysteme für Unis und versierte Bastler und Nerds, nicht jedoch für Leute wie mich und andere, die ein System zum täglichen Arbeiten und Spielen suchten, ohne von Microsoft abhängig zu sein.

Linux: Distributionen!

Es war erst um 1996, als ich neben der Beschäftigung mit PC/GEOS und inzwischen auch Windows 95 schließlich Linux zu entdecken begann. Erste Berührung war eine der ersten Distributionen von Suse (S.u.S.E.), die testweise, zum Erkunden und Lernen, per Dual-Boot auf meinem damaligen PC, einem 486SX, Platz fand. Neben Win95 auf DOS, aus dem heraus ich auch Geoworks starten konnte.

Wenn ich heute überlege, wie vergleichsweise nah genau diese persönliche Entwicklung noch den Anfängen von Linux nur gerade 5 Jahre zuvor war, bin ich echt überrascht! Im Grunde ging das doch alles sehr schnell.

Linux machte Spaß, wenn es denn gelang, die ganze Hardware zum Funktionieren zu bringen, aber das erforderte immer wieder Konfigurationsarbeit und viel Geduld beim Lösen von Problemen. Auch war nicht unbedingt die gewünschte Anwendungs-Software verfügbar oder noch nicht in ausgereiften Versionen.

Also: Windows 95, 98, NT, 2000, XP

Die nächsten paar Jahre machten meine PCs die Windows-Entwicklung zeitnah mit, das wurde ja kaum bestreitbar immer besser. Bedingt auch durch berufliche Wendungen in meinem Leben kam die Beschäftigung mit dem Programmieren für’s Web und dem Internet bzw. Netzwerk (IPv4 im LAN/WAN) hinzu. Windows NT und 2000 waren meine Systeme der Wahl, aber Linuxe wuchsen privat auf meinen PCs mit dieser Entwicklung.

Ubuntu: Einleitung der persönlichen Wende

Ubuntu - Circle Of Friends
Ubuntu is a registered trademark of Canonical Ltd.

Schließlich, es war im Sommer 2006, durchaus zufrieden und routiniert auf Windows XP arbeitend mit einer etwas veralteten, vernachlässigten SuSE-Distribution im Dual-Boot ruhend, erlangte ich Kenntnis einer relativ neuen, mehr in Richtung Desktopnutzer für den Alltag orientierten Linux-Distribution namens Ubuntu. Mein Interesse war schlagartig wieder geweckt.

Dieses Ubuntu gelangte unverzüglich in Version 6.06 (‚Dapper Drake‚) auf meinen Rechner. 6.06 steht für das Release-Datum Juni 2006, alle Ubuntu-Releases werden auf diese Weise gekennzeichnet.

Zur Versionsfolge von Ubuntu…

Für mich persönlich war Ubuntu ein Meilenstein, ich hatte das Gefühl, hier war etwas entstanden bzw. entwickelt worden, dass Zug um Zug zu einem echten vielseitigen Anwendersystem werden kann.

Im Oktober 2006 folgte Version 6.10 (‚Edgy Eft‚), das weiteren Fortschritt bedeutete.

Ubuntu 7.04 (‚Feisty Fawn‚) schließlich brachte im April 2007, im Rückblick von heute, für mich den Point of No Return: Auf einem neuen PC installierte ich kein Windows XP mehr, kein Dual-Boot mehr, nur noch Linux.

Der Rest ist persönliche Geschichte. Inzwischen seit etwas über 14 Jahren setze ich auf meinem PC ausschließlich Linux in Form von Ubuntu-Distributionen ein. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele PCs ich in dieser Zeit gebaut bzw. zusammengestellt und konfiguriert habe, aber es kam immer das gerade aktuelle Ubuntu darauf.

Ich könnte heute sicher nach kurzer Eingewöhnung problemlos auf Windows (oder auf einem Mac) arbeiten, wenn ich denn aus irgendeinem Grund müsste – aber ich muss nicht.

Schauen wir einfach, was die Zukunft bringen wird…

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