Aufgeräumt!

(Ich glaube, ich habe noch nie zuvor vier Blogartikel an einem Tag geschrieben…)

Ich habe im Internet etwas aufgeräumt!

Heute habe ich endlich eine Mitgliedschafts-Aufräumaktion in Angriff genommen. Lange hatte ich es vor mir hergeschoben. Aber es waren inzwischen einfach derart viele längst nicht mehr genutzte Mitgliedschaften (Accounts) in Foren aller Art, Shops diverser Art und Communities aufgelaufen, dass mein Passwortmanager ein bisschen unübersichtlich wurde.

Also bin ich es heute angegangen, und die nicht mehr genutzten Foren und Communities waren zuerst dran. Die Shops folgen noch.

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass man in Foren und Communities in Nullkommanix Mitglied werden kann – die Registrierungs-Links springen einen förmlich an, aber man sich einen Wolf sucht, wenn man irgendwann eine solche Mitgliedschaft kündigen will? Es gibt schlicht keine Kündigungs-Buttons, man findet tatsächlich eher einen Wolf. Die Heise-Foren sind da eine seltene rühmliche Ausnahme.

Kündigen? Nö. Gibt’s nicht.

Was also tun? Einfach vergessen und ruhen lassen? Ist für mich irgendwie kein schöner Gedanke.

Die übliche vorgesehene Möglichkeit ist, dem oder einem Administrator eine Nachricht (PM oder E-Mail) zu schicken und nett, aber formlos um die Löschung des Accounts bitten. Daraufhin geschieht in der Regel nach meiner Erfahrung Folgendes: Nichts.

Alle tot, keiner zu Hause. Man kann bis zum jüngsten Tag warten.

Ich bin nun folgenden Weg gegangen, um solche offensichtlich nicht-löschbaren Zugänge wenigstens weitestgehend unwirksam zu machen:

Account-Leichen erzeugen

Zuerst bekamen diese Zugänge, falls noch nicht geschehen (es waren z.T. uralte Zugänge aus Zeiten, in denen man noch Passwörter mit sechs oder höchstens acht Zeichen verwendete), ein stattliches sicheres Passwort verabreicht. (Sollten die Passwörter wenigstens verschlüsselt in der Foren-Datenbank abgelegt werden, sind diese Hashes aus komplexen, langen Passwörtern schlechter »ent-hashbar«. Soweit ich weiß jedenfalls.)

Anschließend änderte ich die E-Mailadresse der jeweiligen User in eine Adresse, die ich extra für diese Aufräumaktion angelegt habe. Und zwar nicht auf meiner persönlichen Domain, sondern bei meinem Mobil-Provider. Damit kann ich gewährleisten, dass niemand so einfach aus meinen Nutzerdaten im Forum auf meine Person schließen kann.

Die ehemaligen E-Mailadressen, die ich für diese Accounts bisher verwendet hatte, habe ich anschließend beim Provider gelöscht.

Nach einer kurzen Wartezeit, ob von den betreffenden Foren und Communities noch eine Reaktion kommt, werde ich die besagte extra eingerichtete Adresse ebenfalls löschen. Danach bestehen diese Zugänge bloß noch aus

  • einem Usernamen, der nicht auf mich beziehbar ist
  • einem Passwort, das praktisch nicht zu knacken ist
  • einer E-Mailadresse, die es nicht (mehr) gibt, und die ebenfalls für Normalbürger nicht auf mich beziehbar ist

Ich denke, das sollte genügen, diese Alt-Zugänge stillzulegen, ohne dass da noch mal irgendetwas auf mich zurückfallen kann. Zuletzt fliegen dann noch die Lesezeichen aus meinem Browser.

Wie handhabt ihr uralte Foren- oder Community-Accounts, die ihr längst nicht mehr verwendet?

2 Kommentare

  1. Meist lasse ich alles, wie es ist. Im PW-Manager muss ich ja nicht suchen, der schreibt Name und PW rein, wenn ich auf die Login-Seite komme.
    Meine Daten stehen im übrigen sowieso frei im Netz, nämlich im Impressum mehrerer Blogs.

  2. Ich bin ganz froh, dass kaum jemand in der Lage sein dürfte, meine diversen Foren-Identitäten über viele Jahre mit mir in Verbindung zu bringen. Auch nicht mit meinem Blog, wo natürlich Klarnamen-Klartext steht. Das ist ja auch so gewollt.

    Es muss allerdings niemanden etwas angehen, was ich wo in der Vergangenheit in diversen Fototechnik-, Fotografie-, Heise-, Linux-, Webdesign- und Gottweißwas-Foren unter den jeweiligen Foren-Pseudonymen gepostet habe.

    Bisher ist mir das sehr gut gelungen. Das hilft manchmal gegen aufkommende Paranoia…

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