Impfen? Ich weiß nicht mehr…

Wenn ich mal Revue passieren lasse, was seit dem Corona-Impfbeginn vor zehn Tagen passiert ist und inzwischen allenthalben lautstark bis hysterisch debattiert wird, dann bekomme ich ernsthafte Zweifel, dass hier auch nur irgendetwas reibungsfrei abläuft. Geschweige denn zügig.

Inzwischen wird wohl schon erwogen, die Zeitspanne zwischen den beiden notwendigen Impfdosen zu vergrößern, damit mehr Menschen schneller eine erste Dosis erhalten können. Ein höchst bedenkliches Notmanöver, von dem jedenfalls die Hersteller der Impfstoffe dringend abraten. Kann es angesichts zu geringen Fortschritts beim Impfprozess gerechtfertigt sein, lieber möglichst viele Menschen nicht ausreichend zu impfen als eine offenkundig als arg geringe Zahl wahrgenommene Anzahl Menschen korrekt und Beipackzettel-gemäß?

Zumal inzwischen offensichtlich Aspekte des heraufziehenden Wahlkampf breiten Raum greifen und den schon längst allzu aufgeregten Polit-Hühnerstall noch mehr überschnappen lassen.

Zur Zeit erscheint mir jedenfalls ein Impftermin für mich persönlich vor dem Spätsommer 2021 in ziemliche Ferne gerückt zu sein. Ich sehe keinerlei Anlass mehr zu irgendwelchem Optimismus, vielmehr sehe ich den nächsten Herbst ungeimpft herannahen.

Bei dieser Aussicht allerdings habe ich meinen bisher gefassten Entschluss, mich impfen zu lassen, zurückgestellt auf ein abwartendes »mal schauen«, wenn es dereinst aktuell werden wird…

2 Kommentare

  1. So hilflos und überfordert haben Politiker und andere (Fachleute) noch nie auf mich gewirkt. Das wird immer schlimmer. Es gibt sicher mehrere Möglichkeiten, weshalb das so wirkt. Die Wahlen wären nur eine davon. Dass man aufgrund der Impfstoff-Engpässe vorsieht, die Dosen nicht in den Zyklen zu verabreichen, wie es nicht nur die Hersteller, sondern auch die Zulassungsbedingungen unabhängiger Stellen vorgeben, ist einigermaßen beunruhigend. Da muss ich die recht geben. Und zwar, obwohl ich der Logik der Argumente schon folgen kann. Nur beruhigen diese dennoch auf Spekulationen. Insofern ist jede Skepsis berechtigt.

    Bis wir „dran“ sind, dauert es ohnehin noch eine ganze Weile. Das ist anhand der Erfahrungen im Moment nicht anders zu erwarten. Andererseits finde ich, wir sollten endlich mal zu uns kommen und den Dingen ihren Lauf lassen. Schließlich werden täglich Menschen geimpft und auch die Zahl Impfdosen wird aufgrund des sicherlich parallel laufenden Ausbaus der Kapazitäten weiter steigen. Vielleicht werden wir in zwei, drei Monaten schon einigermaßen verwundert auf die große Skepsis zurückblicken, die im Moment überall zu fühlen und zu sehen ist. Hysterie bringt uns in dieser kritischen Lage jedenfalls nicht weiter.

    Ich habe mich entschieden, den Handelnden mehr zuzutrauen, als das in der Öffentlichkeit im Moment passiert. Die Presseheinis und politischen Konkurrenten machen die Sache noch schwerer als sie ohnehin bereits ist.

    1. Ich werde immer skeptischer, ob das alles in den nächsten Monaten noch in nachvollziehbaren und geregelten Bahnen verlaufen wird:
      Der Wahlkampf hat unverkennbar begonnen, und dieser bestimmt bekanntlich das politische Geschehen und alle Prioritäten. Daran wird die Corona-Pandemie nichts ändern.

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