Maskenpflicht


…oder Politik-Bullshit zum Zweiten.

Zur Zeit läuft ja gerade die erregte Debatte um die Pläne der Bundesregierung zu einem neuen Corona-Regelwerkrahmen für den kommenden Herbst und Winter. Wir kennen das aus den vergangenen zweieinhalb Jahren: Es wird auf Bundesseite ein Regelwerk gestrickt, und die Tatsache, DASS dem so ist (nicht wegen der Inhalte, woher denn…), führt zu einem vielstimmigen aufgeregten Gezeter im Vogelkäfig. Insofern nichts Neues unter der heißen deutschen Sonne.

Allerdings, eine Regel erscheint mir besonders die Planlosigkeit der Regelmacher und die Windigkeit dieses Regelwerks aufzuzeigen.

Da heißt es nämlich, dass bei Vorliegen einer Maskenpflicht auch für Geimpfte z.B. in Gastronomie oder Kultur- und Sportveranstaltungen von dieser abgesehen werden kann, wenn die Impfung nicht länger als drei Monate zurückliegt.

Auf Kritik daran rechtfertigt sich Minister Lauterbach u.a. damit, dass mit dieser Regelung auf keinen Fall eine Auffrischungs-Empfehlung zur Impfung alle drei Monate gegeben werden soll. Das wäre in seinen Worten abwegig und medizinisch unsinnig.

Das heißt also, bei Geltung einer solchen Regelung dürfte man innerhalb dreier Monate Gastronomie und Kultur- bzw. Sportveranstaltungen ohne Maske besuchen, danach eben nicht mehr. Basta. Nach drei Monaten also wird der Impfschutz als so reduziert festgelegt, dass zum Schutz wieder Maske getragen werden muss. Nun, das würde ich als »medizinisch unsinnig« bezeichnen.

Es sei denn natürlich, man lässt sich nach drei Monaten erneut impfen, damit man weiterhin ohne Maske… was natürlich »medizinisch unsinnig« ist, aber der Zweck heiligt die Mittel, oder?

Was soll dieser Quatsch? Könnte uns der Bundesgesundheitsminister in Zukunft bitte mit solch einem Regelunfug verschonen? Das ist für Suppenkasper!

Oder will er womöglich das Maximum an Unverständnis für nicht mehr nachvollziehbare Regelwerke austesten?

Es wäre doch jetzt, so langsam, einmal unerlässlich, den fatalen Eindruck zu vermeiden, dass das Tragen von Schutzmasken irgendeine Art von staatlich verordneter Sanktion wäre, die man persönlich nur mit dem Ergeifen bestimmter Maßnahmen abwenden könnte.

Das wirkt bloß überheblich als nach außen gekehrte besserwisserische Fachkompetenz, die sich am Ende leider ohne jede menschenkundlich empathische, sprich Sozialkompetenz darstellt.


2 Antworten zu „Maskenpflicht“

  1. Es ist erschütternd, wie wütend diese Politikerkaste viele Bürger gemacht hat. Das merkt man auch deinem Text an. Schätze, der Erwartungsdruck auf die Politik war von Beginn der Pandemie an so groß, dass viele sich von der Bevormundung nicht mehr verabschieden wollten und eine irre Konzeption nach der anderen entwickelt, nur eben nie wirklich so umgesetzt haben. Wir kommen nicht daran vorbei, die Entscheidungen den Bürgern rückzudelegieren. Und das so schnell es geht. Dabei hoffe ich, dass sich das Virus nicht zu etwas verändert, das wieder alles auf den Kopf stellen wird.

    Die Informationen müssen gut und zuverlässig sein. Der Einfluss von Politik und Behörden darf nicht so dominant bleiben. Das geböte die Klugheit. Nur – wo gibts die noch, die klugen Politiker?

  2. Was wütend macht, ist im Falle Coronas die völlige Grundlosigkeit jeglicher politischen Entscheidung. Nichts davon, keine beschlossene Maßnahme in zweieinhalb Jahren, war bisher irgendwie wissenschaftlich evidenzbasiert.

    Das ist zumindest der fatale Eindruck, den man bis heute bekommen hat.

    Natürlich gibt es längst fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zum SARS-Cov2 und zu Covid-19, es gibt Ebensolche zu Wirkung und Erfolg der Impfungen. Das ist gar nicht die Frage.

    In der politischen Diskussion allerdings spiegelt sich all das nicht wider, es spielt keine Rolle. Maßnahmen wurden und werden nach politischem Kalkül beschlossen – wem darf man beim politischen Gegner/Partner und den zugehörigen Verbänden auf welche Weise mit einer Maßnahme wehtun, was kann man wem zumuten, ohne sich selbst politisch ins Aus zu manövrieren usw.

    Das, ich wiederhole mich, ist zumindest der fatale Eindruck, den man bis heute bekommen hat.

    Und jetzt kommt Lauterbach daher und macht genau dasselbe, es ist immer dieselbe Leier: Irgendwelche sonderbaren Maßnahmen werden verkündet, deren vernünftige Begründung und Einbettung in irgendeine nachvollziehbare Handlungslogik man mit einem Mikroskop suchen muss. Dann schwillt der Chor ebenso unbegründeter und sachlich höchst flacher Kritik an und jetzt wird politisch gerungen und mit Klauen und Zähnen das Beschlossene verteidigt bzw. bekämpft.

    Und die Zeit vergeht… und alle warten – weiterhin und vergeblich – auf einen vernünftigen und weitblickenden Plan zur Lage.

    Zweieinhalb Jahre Hilf- und Planlosigkeit und politische Inkompetenz, rein angstgetrieben immer den Ereignissen hinterherstolpernd. Und das in zwei verschiedenen Regierungen, deren jeweilige Unfähigkeit sich in nichts unterscheidet.

    Man könnte heulen wie ein Schlosshund, wenn man nicht immer wütender würde…


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